Ein Hoch auf die Familie

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Die letzten Monate haben wir als Familie wirklich sehr viel durchgemacht. Gemeinsam haben wir es geschafft, den letzten Wunsch meiner krebskranken Mutter zu erfüllen – sie wollte unter keinen Umständen in ein Hospitz oder Krankenhaus, sondern zu Hause bleiben bis zu ihrem letzten Tag.

Was es aber wirklich bedeutet seine eigene Mutter, Schwester, Schwägerin bis in den Tod zu begleiten, dass kann man erst begreifen, wenn man mitten drin steckt. Wir alle kamen emotional und kräftemässig an unsere Limits und haben gelernt auch wenn man denkt jetzt geht es nicht mehr und die letzten Reserven seien verbraucht – auch dann geht es immer noch weiter. Doch geschafft haben wir es nur, weil wir zusammengehalten haben – uns unterstützt wo nur immer möglich und jeder eben soviel beitrug wie es ihm machbar war. Wir haben einander nicht kritisiert, dass der eine mehr macht als der andere, sondern jeder war einfach froh, die ganze Situation nicht alleine tragen zu müssen.

Ein kleines unscheinbares „Grab“ im eigenen Garten – auch das ein Wunsch meiner Mutter den wir verwirklichen konnten.

Das alles wäre nie möglich gewesen, wenn wir nicht eine so tolle Familie wären.

Umso mehr macht es mich betroffen, wenn ich von anderen Leuten höre, wie zerstritten ihre Familien sind. Eltern die mit ihren eigenen Kindern seit Jahren keinen Kontakt mehr haben, Geschwister die sich gegenseitig hassen. Solche Geschichten stimmen mich traurig.

Jeder redet von Frieden auf der Welt und schafft es nicht in der eigenen Familie das vorzuleben was man sich von ganzen Völkern wünscht.

Meine Familie hat in den letzten Monaten einmal mehr bewiesen, dass es geht. Wir sind alle sehr unterschiedlich und haben verschiedene Ansichten und es hätte mehr als genug Situationen gegeben, in denen der eine auf den anderen hätte wütend sein können. Doch wenn alle das gemeinsame Ziel im Auge behalten und jeder versucht einfach das zu geben was ihm möglich ist, ohne andere dafür zu kritisieren wie und was sie dazu beitragen, dann kann man es schaffen. Jemanden um Verzeihung bitten und den ersten Schritt auf ihn zu machen auch wenn man sich selber eigentlich im Recht sieht, das tut nicht weh und kann doch so vieles verändern!

Stur auf seiner Meinung oder seinem „Recht“ beharren – das hat noch keine Menschen näher zusammen gebracht.

Also  das Rezept ist einfach: Gebt euch einen Ruck und macht einen ersten Schritt auf die Menschen zu, von denen ihr vielleicht schon lange vergeblich auf eine Entschuldigung wartet. Ruft sie an, schreibt einen Brief oder ladet sie zum Essen ein – ihr werdet es sicher nicht bereuen, denn wie das Sprichwort sagt:

Wenn ihr schon mal den ersten Schritt auf jemanden zugemacht habt, obwohl es eurer Meinung nach am anderen lag und danach froh wart es getan zu haben, dann teilt eure Geschichte – als Inspiration für andere.

Ich freue mich von euch zu hören:)

 

 

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